Die alljährliche Sitzung mit viel Spekulation und noch mehr Spekulatius

22.12.19, 11.00 Uhr, Donnerschweerstraße 55

Zentrale Elemente des Punks waren Leben als Revolte, radikale Infragestellung aller Umgangsformen, Verweigerung und Provokation mit entsprechenden Selbstinszenierungen des „Lumpen"daseins. Diese richteten sich gegen die gesellschaftliche Situation der überwiegend männlichen Jugend in den achtziger und neunziger Jahre zwischen Arbeitslosigkeit, den Resten der fordistischen Familienstruktur und der Glitter-Glanz Erscheinung der gezähmten Rockmusik.

Anhand zweier „später" Punkbands, die noch musikalisch aktiv sind, sollen die folgenden Thesen vertreten werden:

• 1.       Die Lebenswelten, die den Punk als unmittelbar einsichtige und richtige Revolte interpretierten, gibt es nicht mehr.

• 2.       Soll das Motiv der Revolte trotzdem aufrechterhalten werden, muss dieses vermittelt, ästhetisiert werden (wobei der Punk ursprünglich genau dagegen rebellierte).  

Die beiden zu besprechenden Gruppen sind "Betontod" und "Pascow".

Den allgemeinen Interpretationsrahmen liefert das Zitat von Marcuse ("Versuch über die Befreiung"): „Das ästhetische Universum ist die Lebenswelt, von der die Bedürfnisse und Fähigkeiten zur Freiheit abhängen; es bedarf ihrer (der Lebenswelt), damit es zu ihrer (der Bedürfnisse und Fähigkeiten) Befreiung kommt (bzw. auch umgekehrt)."

Hier Vortrag und Präsentation:

/pdf/Revolte_Punk_und_die_Wiederkehr_der_Ästhetik