Corona und die linke Bewegung - Analyse und Stellungnahme aus dem Linken Forum siehe hier ,weitere Stellungnahmen siehe hier

Diskussion im Linken Forum über die Coronakrise siehe hier oder hier als pdf-Text

Infektionen und Todesfälle durch Coronavirus - die täglichen Zahlen von der Johns Hopkins University  siehe hier

Örtliche Hilfen im Umgang mit dem Jobcenter und für Menschen in Quarantäne siehe hier

Artikel zur Coronakrise in Europa siehe hier

 

COVID-19 und Arbeitslosigkeit in den USA (Daten nur für April!)

Arbeitsplatzverlust in

Höhe des Verlust

Restaurants und Gaststätten

5.5 Mio.

Kunst, Unterhaltung

1.3 Mio.

Bildung und Gesundheit

2.5 Mio.

Zahnarztpraxen

0,503 Mio.

hausärztliche Praxen

0.205 Mio.

Kindergärten und Familienhilfe

0.651 Mio.

Unternehmensdienstleistungen

2.2 Mio.

Einzelhandel

2.1 Mio.

Industrie

1.3 Mio.

Reinigungspersonal und andere Dienstleistungen

1.3 Mio.

Öffentlicher Dienst

0.98 Mio.

Bauwirtschaft

0.975 Mio.

Transport und Lagerwirtschaft

0.584 Mio.

Großhandel

0.363 Mio.

Banken und Finanzwirtschaft

0.262 Mio.

Kommunikation und IT Branchen

0.254 Mio.

   

Dabei stieg der durchschnittliche Stundenlohn um $ 1.23, weil überwiegend Menschen mit niedrigen Löhnen gekündigt wurde. (Quelle: Bureau of Labor Statistics, USA, April 2020)

 
   

Und wie wird das in Europa nach Ende der Kurzarbeitshilfen in einer Wirtschaftskrise mit steigendem Schuldenstand und explodierender Pleitenzahl aussehen? Eine ausreichendes sanktionsfreies ALG II, ein Ausbau der Gesundheitsversorgung und Schuldenstreichungen würden einen Minimalschutz gegen Bedrohung der Existenz und Handlungsunfähigkeit der Staaten bieten.

 

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Prognose zur Veränderung der Bruttostaatsverschuldung in Prozent des BIP 2020 gegenüber 2019 auf Basis von IWF-Daten:

Deutschland, Schweiz, Dänemark, Schweden, Tschechien, Slowakei: 5 -10 %

UK, Niederlande, Österreich: 10 bis 15 %

Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal: 15 – 20 %

Italien, Griechenland: 20 bis 25 %

 

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Aufbau bzw. Abbau von Beschäftigung in Europa

Northwest: Deutschland, Belgien, Niederlande; Southwest: Griechenland, Italien, Spanien, Portugal; Southeast: Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien

 

Northwest: Deutschland, Belgien, Niederlande; Southwest: Griechenland, Italien (Daten für April interpoliert), Spanien, Portugal; Southeast: Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien

 

Deutlich wird an diesen Zahlen/Grafiken, dass due europäische Ökonomie so stark verflochten ist, dass nationale Sonderwege oder
auch unterschiedliche Betroffenheit durch Pandemie nur ein sehr begrenzte Rolle auf die wirtschaftliche Entwicklung ausüben. Und weiter,
dass die gesellschaftliche Auseinandersetzung über die Folgen der COVID-19 Pandemie gerade erst beginnt.

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Krankheitszahlen und -analysen:

(eigene Grafiken, Daten von Johns Hopkins University oder Eurostat)

Entwicklung der Letalität der Erkrankung in ausgewählten Ländern

(überwiegend Europas und Nordamerikas):

 

 Die Zahl der an COVID-19 verstorbenen Menschen unterscheidet sich in einigen Teilen von Europa von anderen und von den USA erheblich.
Allerdings ist der klinische Letalitätszuwachs im Südwesten inzwischen gestoppt, während er in den anderen Bereichen noch kontinuierlich steigt.
Trotzdem deutet die Konvergenz der Kurven für Süwesteuropa und Nordwesteuropa in Richtung einer geraden Linie an, dass die es eine Differenz von ca. 4 %
Letalität geben dürfte - ein nicht unerheblicher Teil davon wird auf die Spramaßnahmen im Gesundheitswesen in Folge der Finanzkrise zurückgehen (siehe unten).

 

Northwest: Deutschland, Belgien, Niederlande; Southwest: Griechenland, Italien, Spanien, Portugal; Southeast: Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien

 

Was könnten die Ursachen für Unterschiede in der Sterberate sein?

 

Ein Grund ist die hohe Zahl älterer erkrankter Personen in Südwesteuropa. Hierfür könnten die Lebensverhältnisse eine Rolle spielen.

Nach der ökonomischen Krise 2009/2010 mussten in Südwesteuropa Kinder wieder länger zu Hause wohnen, da es keine Arbeit gab.

Dagegen sind Jüngere aus Südosteuropa eher migriert. Diese Tatsache zeigt die folgende Figur:

 

Durchschnittliches Alter, in dem junge Menschen den Haushalt der Eltern verlassen:

 

Die niedrige Sterbequote in Südosteuropa, wo das Alter, mit dem das Elternhaus verlassen wird, noch höher ist, könnte dann

dadurch zu erklären sein, dass dort insgesamt noch wenige Personen erkrankt sind.

 

Die Krise von 2010 hat aber auch die Gesundheitsausgaben in Nordwest, Südost- und Südwesteuropa massiv beeinflusst. Da die Länder

Südwesteuropas gezwungen waren, so stark zu sparen, wurden die Ausgaben für das Gesundheitswesen gekürzt (wobei in dem Diagramm

unten die Inflationsrate noch nicht herausgerechnet wurde, also insgesamt die Mittel noch niedriger anzusetzen sind):

 

D. h. die hohe Zahl von Corona-Todesfälle könnte auch ein Ergebnis dessen sein, dass seit der ökonomischen Krise 2009 ein Jahrzehnt

im Gesundheitswesen im Südwesten Europas gespart wurde. Hier noch mal ein anderer Vergleich in dieser Hinsicht:

 

 

 

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War der "shut down" in Deutschland effektiv?

Es gibt Stimmen, die behaupten, der shut down in Deutschland sei unsinnig und uneffektiv gewesen. Die Zahlen sagen das Gegenteil, wie die
untenstehende Abbildung zeigt. Am 23.3. wurden Kindergärten, Schulen und viele anderen Einrichtungen geschlossen, weil vor ein Wochenende lag,
praktisch schon am 22.03. Die mittlere Inkubationszeit bei COVID-19 liegt bei 3-5 Tagen. Man sieht deutlich, dass ab dem 22.03. die Infektionszahlen
noch  4-5 Tage ansteigen, um dann zu fallen.

 

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Staatliche Umgangsweise mit der Epidemie und Zuwachs an Erkrankten (Regionen Europas und USA):
In den USA wurde die Folgen der Pandemie von der Trump Administration länger verharmlost und erst später Maßnahmen ergriffen, was
deutliche Folgen hatte, wie dieses Diagramm zeigt.

 

 

 

 

Etwas zu den zu vermutenden sozialen Folgen in den USA

Aktuell ist zwar der Test auf den Virus in den USA umsonst, nicht aber die Behandlung.

"Congress has taken some steps to cut down on health care costs relating to COVID-19. A new federal law makes novel coronavirus testing free for patients without insurance, but it does not cover treatment related to the virus."

 

Michael Green, Jaromir Harmacek, & Petra Krylova (SOCIAL PROGRESS INSIGHTS FOR COVID-19 CHALLENGES, Quelle siehe unten)
haben den Zusammenhang zwischen Zugang zu einem funktionierenden Gesundheitssystem und Tote nach Infektionserkrankung berechnet
(allgemein, nicht speziell für COVID-19). Die Infobox unten zeigt auf der Y-Achse die Zahl der Toten und auf der X-Achse den Zugang zum
Gesundheitssystem für die Bevölkerung verschiedener Länder (Punkte in dem Diagramm)