Die Bedeutung der Infektionsausbreitung für die Entwicklung der Letalität Vortragsfolien

Weitere Analyse und Stellungnahme aus dem Linken Forum siehe hier ,  andere Stellungnahmen siehe hier

Erste Diskussionen im Linken Forum über die Coronakrise siehe hier oder hier als pdf-Text

Infektionen und Todesfälle durch Coronavirus - die täglichen Zahlen von der Johns Hopkins University  siehe hier

Örtliche Hilfen im Umgang mit dem Jobcenter und für Menschen in Quarantäne siehe hier

Artikel zur globalen Coronakrise siehe hier

 

Auf- oder Abbauhilfen nach Corona?

(Beitrag aus dem Linken Forum)

Nach Corona: wieder aufbauen?

Nun wurde sie beschlossen: die 750,- Mrd. Wiederaufbauhilfe für die EU. Niemand stellt sie ernsthaft in Frage, Kritik gibt es nur an der Form: nur 390,- Mrd. als Zuschuss, der Rest als Kredit. Nicht gekoppelt an Prinzipien der Rechtstaatlichkeit in den jeweiligen Empfängerländern – die können nur bei der Vergabe der Gelder eine gewisse Rolle spielen.

Die fehlende Kritik ist erstaunlich. Denn nichts wurde durch die COVID-19 Pandemie zerstört. Geht man in die Fabriken, so stehen sie noch und können nach wenigen Stunden neustarten, soweit sie überhaupt aufgehört haben zu produzieren. Geht man in die Büros, so ist der Neustart der Arbeit instantan möglich, soweit diese je unterbrochen wurde. Geht man in die Schulen, Gaststätten, Hotels, wo hin auch immer: Nichts wurde zerstört und doch soll alles wiederaufgebaut werden.

Dabei ist eines klar: Vieles, was durch Corona nicht gewesen ist, wurde gar nicht gebraucht. Z. B. der Urlaub in Thailand oder der Einkauf der neuesten Frühjahrsmode. Z. B. die vielen Fahrten mit dem Auto oder das Wellness-Erleben im Spaßbad. Z. B. der besondere Wein, zum besonderen Anlass. Besser noch: Vieles von dem, was gewesen wäre, wenn Corona nicht dazwischengekommen wäre, wäre schädlich und abstoßend gewesen. Z. B. die toten Schweine in Rheda-Wiedenbrück, die jetzt erst später geschlachtet werden. Oder die vielen nationalen und internationalen Flüge durch die Welt. Oder die Zulieferung der Vorprodukte für die Erstellung der SUVs, die dann in Deutschland zusammengeschraubt werden.

Warum das wiederaufbauen?

Durch Corona: wer wurde geschädigt ...

Vollständiger Artikel siehe COVID-19_the_end.pdf

 

 

Krankheitszahlen und -analysen:

(eigene Grafiken, Daten von Johns Hopkins University oder Eurostat)

 

Staatliche Umgangsweise mit der Epidemie und Zuwachs an Erkrankten (Regionen Europas und USA):
In den USA wurde die Folgen der Pandemie von der Trump Administration länger verharmlost und erst später Maßnahmen ergriffen, die dann sehr schnell wieder gelockert wurden,
was deutliche Folgen hat, wie dieses Diagramm zeigt (Southeast etc. = Regionen Europas).

 

 

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Die Folgen einer Politik "Kapitalakkumulation geht vor", d.h. keine oder wenig Bewegungseinschränkungen für die Bevölkerung:

Deutlich wird der enorme Anstieg der Toten in den USA, aber auch in Schweden und Großbrittanien, alle drei mit einer jedenfalls anfangs, in Schweden noch immer

wenig restriktiven Umgangsweise mit der Erkrankung.

 

Bezogen auf die Einwohnerzahl sieht diese Stastistik nur ein wenig etwas anders aus:

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Zahl der neuen Fälle inzwischen in Deutschland, Niederlande und Frankreich kontinuierlich sinkt, so dass das
die Zahl der Verstorbenen nur noch sehr langsam wächst, während die Zahl der Erkrankten in Großbritanien, Schweden und den USA erst langsam sinkt, was einen höheren
Zuwachs an Toten erwarten lässt. Schweden hat inzwischen schon Frankreich und die Niederlande überholt, die USA die Niederlande und Frankreich. Schweden wird, wenn sich dieser Trend fortsetzt, in ca. einem Monat in der Zahl der an COVID-19 Gestorbenen bezogen auf die Einwohnerzahl mit Italien gleichziehen. Dann liegt nur noch Spanien und England vor Schweden in dieser zentralen Zahl.

 

Zudem meldet das Redaktionsnetzwerk
"Von Anfang März bis einschließlich 4. April gab es in den USA rund 15.400 Todesfälle mehr als im gleichen Zeitraum der Vorjahre, wie die “Washington Post” am Montag berichtete. In der Zeit waren jedoch offiziell nur 8128 Coronavirus-Todesfälle gemeldet worden. Die von einem Team der Universität Yale für die Zeitung durchgeführte Analyse lässt jedoch keinen gesicherten Schluss zu, wie viele der rund 7000 zusätzlichen Todesfälle mit einer Corona-Infektion zusammenhingen. Die Daten legten aber nahe, dass die Zahl der Todesopfer "bedeutend höher als bisher berichtet" ist, zitierte die "Washington Post" den Yale-Epidemiologen Daniel Weinberger."

 

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COVID-19 Tote: ein Ergebnis fehlender Intensivbetten in bestimmten Ländern Europas?

Wohl eher nur zu einem geringen Maße und wenn überhaupt, dann am ehesten für ältere Patienten, wie die unten stehende Grafik zeigt:

 

 

 

 

COVID-19 Tote: ein Ergebnis zu niedriger Ausgaben für das Gesundheitswesen in bestimmten Ländern Europas?

Die beiden gestrichelten Linien zeigen an, dass wenn man Europa in zwei Subregionen teilt (entsprechend dem dort vorhandenem Reichtum), dass es dann einen
Zusammenhang zwischen Gesundheitsausgaben und Sterberisiko gibt und zwar selbst dann, wenn man die Bevölkerung in Richtung ihres Altersstruktur standardisiert
(mit anderen Worten berücksichtigt, wie viele ältere Menschen mit erhöhtem Sterberisiko es gibt). Gleichzeitig wird deutlich, wie die Corona-Krise das Auseinanderdriften in Europa beschleunigt, da sich neue geographische Konstellationen herauszubilden scheinen.

 

 

Was könnten weitere Ursachen für Unterschiede in der Sterberate sein?

 

Ein Grund ist die hohe Zahl älterer erkrankter Personen in Südwesteuropa. Hierfür könnten die Lebensverhältnisse eine Rolle spielen.

Nach der ökonomischen Krise 2009/2010 mussten in Südwesteuropa Kinder wieder länger zu Hause wohnen, da es keine Arbeit gab.

Dagegen sind Jüngere aus Südosteuropa eher migriert. Diese Tatsache zeigt die folgende Figur:

 

Durchschnittliches Alter, in dem junge Menschen den Haushalt der Eltern verlassen:

 

Die niedrige Sterbequote in Südosteuropa, wo das Alter, mit dem das Elternhaus verlassen wird, noch höher ist, könnte dann

dadurch zu erklären sein, dass dort insgesamt noch wenige Personen erkrankt sind.

 

Die Krise von 2010 hat aber auch die Gesundheitsausgaben in Nordwest, Südost- und Südwesteuropa massiv beeinflusst. Da die Länder

Südwesteuropas gezwungen waren, so stark zu sparen, wurden die Ausgaben für das Gesundheitswesen gekürzt (wobei in dem Diagramm

unten die Inflationsrate noch nicht herausgerechnet wurde, also insgesamt die Mittel noch niedriger anzusetzen sind):

 

D. h. die hohe Zahl von Corona-Todesfälle könnte auch ein Ergebnis dessen sein, dass seit der ökonomischen Krise 2009 ein Jahrzehnt

im Gesundheitswesen im Südwesten Europas gespart wurde. Hier noch mal ein anderer Vergleich in dieser Hinsicht:

 

 

 

 

Michael Green, Jaromir Harmacek, & Petra Krylova (SOCIAL PROGRESS INSIGHTS FOR COVID-19 CHALLENGES, Quelle siehe unten)
haben den Zusammenhang zwischen Zugang zu einem funktionierenden Gesundheitssystem und Tote nach Infektionserkrankung berechnet
(allgemein, nicht speziell für COVID-19). Die Infobox unten zeigt auf der Y-Achse die Zahl der Toten und auf der X-Achse den Zugang zum
Gesundheitssystem für die Bevölkerung verschiedener Länder (Punkte in dem Diagramm)

 

https://socialprogressdotblog.files.wordpress.com/2020/04/social-progress-insights-for-covid-19-challenges-3.pdf

Dies ist ein sehr lesenswerter vergleichender Report über den Zusammenhang von Infektionserkrankungen und sozialer Lage der
verschiedenen Länder dieser Welt.

 

Allerdings ist der Zusammenhang von Toten und Ausgaben für das Gesundheitssystem für Europa eher gering, wie das erste Diagramm dieses Abschnitts zeigt!

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War der "shut down" in Deutschland (und in anderen Ländern) effektiv, um die Zahl der Toten zu reduzieren?

Es gibt Stimmen, die behaupten, der shut down in Deutschland sei unsinnig und uneffektiv gewesen. Die Zahlen sagen das Gegenteil, wie die
untenstehende Abbildung zeigt. Am 23.3. wurden Kindergärten, Schulen und viele anderen Einrichtungen geschlossen, weil vor ein Wochenende lag,
praktisch schon am 22.03. Die mittlere Inkubationszeit bei COVID-19 liegt bei 3-5 Tagen. Man sieht deutlich, dass ab dem 22.03. die Infektionszahlen
noch  4-5 Tage ansteigen, um dann zu fallen.

 

 

 

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Soziale Lage, Infektion und Todesrate

Etwas zu den realen und zu vermutenden sozialen Folgen in den USA